SLG Oberkochen Aalen 2013



Sommerlehrgang mit Bundestrainer Akio Nagai Shihan (8.Dan) und Aragane (8.Dan) in Saarburg und Nobuaki Kanazawa

„Papa du bist Darth Vader"

„Nix, ich bin Hunde Müde.", berichtige ich meinem älteren Sohn als er mir morgens fröhlich entgegen trällert. Die Nacht habe ich mir mit Gedanken um den S.K.I.D. versaut. Dementsprechend derangiert torkle ich zum Frühstück und werde dann von meinem kleineren Sohn mit einem „Papa, Dein Polter (= regionaler Begriff für Schlafanzug) ist süß … und deine zerzausten Haare.". Er meint es sicher nicht böse, denke ich – auch, wenn das ohne Kaffee noch nicht wirklich möglich ist. Also das Denken. Den - jetzt wieder Kaffee - würde ich mir am liebsten in reiner Pulverform intravenös verabreichen. Allerdings begrenzt sich mein medizinisches Wissen auf die Existenz von Alka Selzer und Hustensaft. Deswegen lasse ich besser die Hände von allen Spritzen. Auch wenn es nur um Kaffee geht. Und um die bösen Geister der Nacht zu vertreiben, braucht es schon mehr.

Schieben wir diese doch erstmal bei Seite. Vorab gehört sich ein

Toni San, das hast du gut gemacht!



Als ich zur Lehrgangfeier gehe und mich zuerst aus dem viel zu warmen Innenraum wieder flüchte, erzählt er mir im Laufe des Abends wie sich die Organisation gestaltete. Denn man muss sich bewusst werden, dass Sensei´s Familie anwesend war: seine Tochter und die beiden Enkel. Wo bringt man die unter? Dann haben wir noch die beiden Senseis Aragene und Kanazawa jr.. Zu guter letzt sind da noch die spanische Armada Fernando und Maria zu nennen, und der Vorsitzende des portugiesischen Verbands. Und so wie er es mir schilderte waren die Termine der Ankunft und Abfahrt nicht wirklich aufeinander abgestimmt. Während für jeden von uns der Lehrgang am Donnerstag startete, erhielt er zwischendurch den Anruf, dass Nobuaki am Dienstag kommt … also morgens. Da kann man nicht viel diskutieren, sondern … „Oss Sensei". Also hin zum Flughafen und abholen. Dann müssen die Spanier auch abgeholt werden. Natürlich vom Flughafen. Nicht der in Aalen – haben die einen außer für Modellbau? -, sondern der in München oder Frankfurt. Was macht man solange mit dem Sohn der lebenden Legende Mister Karate Kanazawa?

Dieser war Gott sei dank nicht sehr anspruchsvoll und mit etwas Ruhe für sich allein zufrieden. Das kann man auch anders treffen. Das Ganze zog sich hin bis am folgenden Dienstag die Spanier als letzte Aalen verließen und wieder in den Flieger stiegen. Eine komplette Woche auf Achse!

Als Resümee schätze ich Jonglieren mit rohen Eiern als einfacher ein.

Klasse

fand ich, als wir draußen saßen. Bald öffnete sich unsere Runde zum Nachbartisch und am Ende hockten wir mit Maeda, Taijo, Shimazu, Yamauchi Yodo und "sogar" Ouchi beieinander.  (Das sogar deswegen, weil wir nicht in direkter Nachbarschaft wohnen und uns trotzdem so blendend! verstehen.)
Das war die Runde unseres Gemeinschaftstrainings plus Erweiterung.




Es war offensichtlich, dass sich alle wohlfühlten, sowie für mich das klare Kennzeichen, dass wir mit dem Gemeinschaftstraining nicht nur sportlich auf dem richtigen Weg sind.

Der fünfte Satz des S.K.I.D. lässt grüßen.




Aragane Sensei

konnte ich wieder als liebevollen „Opa" kennenlernen. Während ich mich einmal kurz von der Feier zurück zog sah ich, wie er mit den Kids – also Sensei´s Enkel und den Kindern von Toni und Manu ein paar Kaninchen und Meerschweinchen hinterm Haus entdeckte. Er war ganz in seinem Element. Da ich dabei stand konnte ich ein paar Worte mit ihm wechseln und erfuhr, dass er Senseis Tochter im ersten Augenblick für dessen Frau hielt, die er von früher kannte. Sie ähnelt Ihrer Mutter offensichtlich sehr. So wissen wir nun zumindest wie sie früher ausgesehen haben muss.

Sein Training kam besonders bei den Kindern gut an. So lies ich mir erzählen, dass er beim Training ein Gruppe von fortgeschrittenen Jugendlichen die jeweilige Übung vormachen lies, um diese dann als kleine Instruktoren auf verschiedene Übungsgruppen zu verteilen.

Hier spielen zwei Elemente rein: zum einen die Übertragung von Verantwortung, welche die angesprochenen sicherlich stolz macht und gleichzeitig anspornt, und zum anderen damit eine Brücke zu schlagen, die die Generationen miteinander verbindet, um auch die jüngeren zu erreichen. Ein einfacher Schachzug mit großer Wirkung.


Eine Handvoll DAN-Prüfungen

Licht und Schatten. Während von den wenigen 15 DAN-Prüfungen zwei nicht bestanden wurden, weil die Standard-Kata irgendwie hinderlich war, boten zwei sehr gutes Karate an.

Die Qualität der gezeigten Techniken ist immer abhängig von Alter und Talent. Dann kommt die Hitze, die Aufregung, die sportliche Überforderung nach den anstrengenden Trainingstagen oder mangelnde Vorbereitung hinzu und man sieht das Ergebnis bei den Prüfungen. Wie immer habe ich keinen Neid verspürt und wollte mit keinem tauschen. Prüfungen gehören nicht zu meinen Favoriten.

Erst recht als am Ende die Leistung kommentiert wurde. Die jeweilige Bemerkung der japanischen Senseis hörte sich eher wie eine höfliche Rüge an. Das war bei dem ein oder anderen durchaus angebracht – hätte man das nicht dennoch im kleineren Kreise machen können? Und was ist mit denjenigen, die eine gute Leistung gezeigt haben. Wenn ich mir vorstelle, ich bereite mich ein ganzes Jahr auf diese Prüfung vor und muss mir dann eine Rüge anhören. Hhmm, nun das leben ist kein Ponyhof.

Versammlung

Nicht nur die Prüfung war etwas befremdlich für mich – in Größe und Qualität. Zwischen den Einheiten wird immer eine Versammlung eingeschoben. Auch diese war übersichtlich, zu kurz … und nicht angekündigt. Beim letzteren geht man wohl vom Gesetz der Serie aus. Gut, damit kann ich leben. Allerdings wird sie irgendwie von Jahr zu Jahr kleiner. Und so richtig Geduld für das Lösen von Problemen und der entsprechenden Diskussion hat man nicht. Bei unserem Sensei ist das einfach nicht möglich.

Vielleicht sollte ein Weg gefunden werden, um im Vorfeld diese notwendigen Lösungen zu erarbeiten. Eine Versammlung vor der Versammlung; quasi ein Arbeitskreis. Ein Zeitplan, wann wo welcher Lehrgang stattfindet, kann am Ende dem Sensei einfach übergeben werden. Ich glaube nicht, dass er unheimlich darauf erpicht ist dieser organisatorischen Abstimmung beizuwohnen. Die offizielle Versammlung hätte dann Freiraum für wichtigeres. Mir würde auch da sicher etwas einfallen. )

TOMO = Gemeinschaft
 
TOMO TRAINING in 2017 und 2018

11.11.2017: Taiyo (Herford)
20.01.2018: HOJO (Beelen/Gütersloh)
21.04.2018: YODO (Ostbevern)
23.06.2018: TOMO CUP
10.11.2018: Taiyo (Herford)
Genaueres unter Termine!
Sensei Shugo: Münsterland / OWL
 
Regionales Dojoleiter-Treffen (4):

Wann: Dezember 2017
Wo: Münsterland / OWL
TOMO CUP
 
Ausrichter: Dojo noch in Klärung
Ort: noch in Klärung
Datum: 23. Juni 2018
 
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