Deutsche Meisterschaft 2008 in Warendorf


33. Deutsche Meisterschaft im Karate des S.K.I.D. Shotokan Karate International Deutschland

Schirmherr: Akio Nagai Shihan

Ausrichtendes Dojo: Kamakura (Telgte, Einen/Müssingen, Wolbeck und Handorf)

SKID

Eine Deutsche Meisterschaft im SKID ist immer mit einen lachenden und einem weinenden Auge zu betrachten. Der Verband ist auf internationaler Ebene der größte der Welt und in mehr Ländern vertreten als das andere Verbände unter einem Dach zustande bringen. Aber sobald wir auf das „D" vom Logo zu sprechen kommen, dann sprechen wir von einigen wenigen, ich will nicht sagen Jünger, die diesen Sport in unserem Verband betreiben. So ist es schade und doch fast unvermeidlich, dass die ein oder andere Kategorien mangels Masse erst gar nicht zum austragen kommen. Die vielgepriesene Jugendarbeit eines ganzen Jahres wird dann torpediert, wenn die jungen Talente nicht gewinnen können; einen Pokal oder - viel wichtiger - Erfahrung. So geschehen auch wieder bei dieser Deutschen Meisterschaft. Diese war sauber organisiert und ließ keine großen Wünsche offen. Selbst das Startgeld der ausgefallenen Mannschaftsdisziplin wurde nicht nur zurück gezahlt, sondern aktiv abgeliefert. In früheren Jahren hätten man erst langwierig hinterherlaufen müssen. Auch die neue Anmeldung über Internet bis 24 Stunden vor Beginn der Wettkämpfe war einmalig. Hier hat man einen großen Schritt nach vorn gemacht.

Beelener Doppelsieg bei der Jugend?

Am eigenen Leib erfahren durften drei der 14 angereisten Beelener, was das heißt. Der ausgeschriebene Mannschaftswettbewerb im Freikampf fand einfach nicht statt. Konnten sich die beiden Beelener Adem Tigci noch auf den Dritten Platz und Fabian Reiker sogar auf den ersten Platz der Freikampfkategorie „Kumite Jungen bis 15 Jahren" vorkämpfen, blieb der Vergleich als Team aus. Und bei der gezeigten Einzelleistung wäre das Ergebnis für den Mannschaftswettbewerb vermutlich absehbar gewesen. Im Einzel bestand sogar noch die Chance auf einen beelener Doppelsieg, wären sich die beiden Beelener nicht zu früh im brasilianischen k.o.-System begegnet. Maximilian Growe als dritter im Bunde konnte sich leider nicht durchsetzen. Ihm hätte vielleicht eine zweite Chance im Teamwettbewerb gut getan. Manchmal muss man in so ein Turnier erst rein finden. Fabian hatte keine Probleme damit und definierte sein Zeil klar indem er dann auch den dritten Platz in der Kategorie Kata („Schattenboxen") belegte.

Seinem älteren Bruder war das Kampfglück nicht so hold. Tobias konnte hier zweimal seine Katakenntnisse zeigen, musste sich dann aber geschlagen geben. Was mich als Sensei stutzig machte, war, dass die Kata jeweils wesentlich besser aussah als beim Training. Das werde ich noch mal mit ihm diskutieren müssen – beim nächsten Training.

Die jungen Damen

… durften bemerkt haben, dass Karate nur über Blut, Schweiß und Tränen zu erlernen ist. Und davon gab es in der letzten Zeit für sie zu wenig. Dabei ist ausreichend Ehrgeiz und Talent vorhanden. Aber kein Talent der Erde kann Trainingsfleiß ersetzen.

 

Die Kinder

Die Kinder bis 12 Jahre Steffen Winnemöller, Dimitri Galka, Alexander Halbuer und Heinrichs und Lena Hoffmann mussten den Tribut zahlen, den man Lehrgeld nennt. Dabei soll nicht unterschlagen werden, dass Lena und Alexander He. jeweils eine Runde weiter kamen. Sicher war in einigen Köpfchen ein anderer Wunsch vorhanden, dennoch an das Ergebnis bei der ersten Teilnahme an einer Meisterschaft sollten nicht zu hohe Erwartungen geknüpft werden. Dabei hätte man ruhig schon erste Erfahrungen auf dem Nagai Cup im Frühjahr in Greven sammeln können.

Dort war schon der auch dieses mal alles dominierende Philip Hues aus Bad Oeynhausen vom Verein Maeda zu bewundern. Er kämpft schlicht weg in einer anderen Liga. Ich kann mich gut erinnern wie ich beim vergangenen Nagai Cup als Schiedsrichter für die Kinder zuständig war. Philip trat zur Kata an, brüllte mir sein „Heian Nidan" entgegen und fetzte los. Am Ende wollte ich vor Begeisterung klatschen, hab mich aber eines besseren besonnen und meine Bewertung gegeben.

Viele Eltern und Kinder werden denken, dass nach einer so kurzen Teilnahme der ganze Aufwand zu groß war. Für sich gesehen ist das korrekt. Aber es bleibt etwas im Kopf hängen. Allein, dass die Kids einmal selbst dort gestanden haben, ist eine Erfahrung, die motivierend nachwirken wird; nicht zuletzt auch mal am Beispiel von Philip sehen konnten, was selbst als Drei-Käse-hoch möglich ist. So ein Eindruck bleibt besser hängen als jedes einzelne Training.

Soweit zu der Nachwuchsmeisterschaft (NWM).

Braun/Schwarz Gurte: ein Haifischbecken?

Johann Harder und Ali Ilhan mussten mit dem Co-Trainer Thomas Steiling bei der Deutschen Meisterschaft mit kämpfen. Dort stellten die beiden jungen Talente fest, dass hier ein anderes Windchen weht. Während sie in der Vergangenheit oft gute bis beste Platzierungen auf der oben genannten NWM erkämpften, wurden sie hier in Ihre Schranken verwiesen. Es fehlte zum Ende immer das letzte Quentchen technische Finesse bei der Kata oder genügend Respekt und Deckung vorm Gegner beim Kumite. Die Kata muss präzise bis in die letzte Bewegung ausgeführt werden. Da ist ein falsch abgesetztes Bein von Ali bei der Enpi (links statt rechts) und sehr dynamischen aber nachfedernden Techniken von Johann bei der Bassai Dai schnell der Auslöser für die Entscheidung zu Gunsten des anderen.

Ebenso bei den Kämpfen: Während Nachwuchskämpfer mit wenig Erfahrung ausgestattet sind und kleine Lücken in der Deckung erst gar nicht wahrnehmen, sind die erfahrenen Kämpfer der Klasse „Männer von 18-34 Jahre" dankbar für solche Geschenke. Und so wurden beide bei Angriffen ausgekontert. Man muss sich hier vor Augen halten, dass dort Schwarzgurte mit mehreren Jahren Turniererfahrung und DAN-graduierungen zu den Gegnern gehören. Als gerade 18-jähriger Braungurt gehört man da zu den Lehrjungen. Ich persönlich hatte zu meiner Zeit nachdem ich als Violettgurt Deutscher Nachwuchsmeister wurde, drei Jahre als Braun/Schwarzgurt die Deutsche Meisterschaft besucht und bin regelmäßig in der ersten Runde rausgeflogen. Die Frage ist, ob die heutige Jugend ebensoviel Durchhaltevermögen aufbringt.

Dabei haben beide nicht schlecht gekämpft. Das Potential konnte man sehen. So wurde ich sogar von anderen Dojo-Leitern darauf angesprochen. Es ist also nicht nur die verblendete Sicht des eigenen Trainers. Thomas konnte sich mit einer sauber vorgetragenen Jion in der ersten Runde noch behaupten, musste sich dann aber gegen ein Bewegungstalent geschlagen geben, das den Einzug ins spätere Finale schaffte. Im Kumite konnte er sich mit einem gezielten Gyaku Tsuki zum Kopf noch Respekt verschaffen, wurde dann aber doch besiegt.

Auch in der Teamdisziplin konnten sich die Kämpfer nicht gegen die Abteilung aus Greven durchsetzen. Die waren gut drauf und kämpften sich bis zu einer Platzierung vor.

So werden die Erfahrungen aus diesen Wettkämpfen übernommen und ins Training übergehen.

F.S.

TOMO = Gemeinschaft
 
TOMO TRAINING in 2017 und 2018

11.11.2017: Taiyo (Herford)
20.01.2018: HOJO (Beelen/Gütersloh)
21.04.2018: YODO (Ostbevern)
23.06.2018: TOMO CUP
10.11.2018: Taiyo (Herford)
Genaueres unter Termine!
Sensei Shugo: Münsterland / OWL
 
Regionales Dojoleiter-Treffen (4):

Wann: Dezember 2017
Wo: Münsterland / OWL
TOMO CUP
 
Ausrichter: Dojo noch in Klärung
Ort: noch in Klärung
Datum: 23. Juni 2018
 
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