Bundeslehrgang Greven 2009

Lehrgang mit Bundestrainer Akio Nagai Shihan und Tanaka Sensei in Greven

 

Legende für Eltern:

Kihon = Grundschultraining

Kata = Schattenboxen

Kumite = Freikampf

 

Anonymer Eintrag im Gästebuch

Im Gästebuch steht die Bitte doch etwas über den Bundeslehrgang in Greven zu schreiben. Ich weiß ja nicht wer darum bittet. Ob es ein eigener Schüler ist, der darüber lesen will wie er/sie Prüfung gemacht hat oder ob ein Besucher einen Bericht aus etwas anderer Brille den Lehrgang Revue passieren lassen möchte.

Besucher? Mittlerweile verirren sich auch Karateka aus anderen Dojos auf unsere Seite und lesen meine Kommentare. Herzlich Willkommen kann ich da nur sagen. Es gab auch schon den ersten, der mir vorgeschlagen hat auf der offiziellen Seite des S.K.I.D. einen Bericht zu schreiben. Nun, ich bin mir nicht sicher, ob ich meinen hier gelebten offenen Stil auf der offiziellen Seite des S.K.I.D. beibehalten würde oder … könnte. Außerdem komme ich mir hier etwas intimer vor. Absoluter Blödsinn im Internet; schon klar.

Aber jetzt zum Lehrgang. 

 

Alte Zeiten

Erfreulich war, dass ich viele Gesichter aus alten Tagen wiedergesehen habe: Toni-San und Peter-San. Zwei Kämpfern aus der Zeit, wo ich noch im Kader war und sogar mal Europameister im Kumite mit der Mannschaft wurde. Aber die alten Zeiten sind nicht mehr. Waren beide noch beim ersten Training vor mir aufgestellt und trainierten fleißig das Kihon von Tanaka-Sensei mit, tat sich beim zweiten Training eine Lücke auf. Toni-San verwies auf eine Verletzung bedingt durch das Grundschultraining, was seine Achillessehnen überstrapazierte. Peter-San hält es seit längerem generell für angebracht das zweite Training am Samstag auszusetzen, weil er nicht mehr in dem Maße trainiert wie früher. Peters Begründung ist logisch und nachvollziehbar und wäre dennoch damals für uns drei undenkbar gewesen.

Irgendwie ist das auch heute nicht mein Ding und ich quäle meine zierliche Figur durch den zweiten Tanz. Den ich dann allerdings einmal unterbrechen musste, weil mir schwindlig wurde.

Das bereute ich nicht, da von Tanaka-Sensei das neue Kumite-Partner-Training gezeigt wurde. Eugen-Sensei beteuerte mir, dass dies „neue“ Partnertraining von Murakami stammt und durchaus nicht mehr neu ist. Sicher, ich hatte es auch schon mal gemacht aber ungefähr so oft wie die von Hirokazu Kanazawa Shihan – Mister Karate yes, he himself - erfundene Gangaku Sho. Die ich übrigens nur einmal auf einer Meisterschaft gesehen habe – allerdings beim DKV (Deutscher Karate Verband = unser erklärter Klassenfeind) witziger weise. Und so zeigte sich, dass ich nicht allein unter dem Mangel an Praxis litt.

 

Eugen-Sensei wieder dabei

Was mich positiv überraschte, dass Eugen-Sensei wieder mit trainierte. Wer gegen dieses Urgestein des SKID auch schon früher kämpfen durfte (naja „musste“ trifft´s wohl eher), der verbindet eben halt die alten Zeiten auch mit diesem Mann und seinem unbedingten Kampfeswillen. Schön, wenn auch etwas davon bleibt. 

 

Tanaka-Sensei

Aber kommen wir doch mal zum Pudels Kern. Was schreibt man über Tanaka Sensei? Er ist nicht jemand, der durch sein freundliches Wesen wie beispielsweise Murakami Sensei die Menge für sich einzunehmen vermag. Dafür ist er zu ernst oder zurückhaltend – eben japanisch. Ich kenne ihn ja nun nicht wirklich. Aber gelächelt hatte er erst abends beim gemütlichen Beisammensein. Beim Training - stoische Gelassenheit. Auch sein Ura-Mawashi Geri (schwieriger Beintritt) an die Wange von „Kanku-Dai“(=Spitzname eines  Karateka) hielt er mit dieser stoischen Ruhe so als ob es seine Hand wäre. Bei Großmeistern wird in solchen Berichten immer gerne übertrieben und auf die Einzigartigkeit hingewiesen. Aber es war so. Der Fuß stand in der Luft und ich dachte der nimmt den da nicht mehr weg beim Erklären (da war sie, die Übertreibung). Das beeindruckt … aber sympathisch? Wie gesagt ich kenne ihn nicht. Meine persönlichen Kontakte beschränken sich auf ein paar warnende Worte am Abend bezüglich des Trinkens mit den Schwaben. Ich hatte beobachtet wie Eugen und Toni ihn bestimmt zur Theke bugsierten und ihm kleine Gläser mit einer goldgelblichen Flüssigkeit reichten. Welche Schweinerei das nun genau war, habe ich nicht recherchiert, halte ich für den Ausgang der Geschichte auch nicht wirklich wichtig. Meine Warnung an Tanaka-Sensei kam zu spät. Das bezeugte mir seine Antwort am nächsten Morgen als er mir gestand, dass er leichte Kopfschmerzen habe. Das zerknitterte Gesicht sprach hingegen Bände. Eben japanisch zurückhaltend – stoisch.

 

Sein Training ist sehr auf die Basisarbeit ausgerichtet. Ich meine mich zu erinnern, dass er in den letzten Jahren gerne viel Grundschule zeigte. Aber diesmal? Objektiv betrachtet war das Programm durchaus abwechslungsreich. So konnte man am Samstag das oben erwähnte Kumite mitnehmen und am Sonntag stand Bunkai (Anwendung der in der Kata gelernten Techniken) auf dem Programm. Auf den kleineren Dojo- oder soll ich sagen  Prüfungslehrgängen fallen solche Dinge leider unter den Tisch. Dafür ist nicht die Zeit. Da gilt es den Nachwuchs auf die Prüfung vorzubereiten. Deswegen sind diese Bundeslehrgänge auch so ungeheuer wichtig. Ich kann es jedem ab Violettgurt nur dringendst ans Herz legen.

 

Ein Vergleich

Aber irgendwie bin ich immer wieder versucht einen Vergleich zu Murakami Sensei zu ziehen. Beide sind hervorragende Meister ihres Faches. Ich kann mich an die Weltmeisterschaft in Mailand erinnern als Tanaka-Sensei - damals mir unbekannt - im Kata-Finale mal die Sochin, dann die Gojoshiho-Dai und dann die Nijushiho zeigte. Es sah so aus als, ob er sich da hinstellt und ihm in dem Augenblick gerade erst einfällt, welche Kata er denn nun als nächstes machen sollte. Die anderen haben wie gewohnt den Einheitsbrei Unsu dargereicht. Man möge mir das mit dem Einheitsbrei nachsehen.

Von Murakami-Sensei sind alle begeistert. Zurecht wie ich meine und ich nehme mich da nicht aus. Nur, denke ich, dass Tanaka-Sensei mit einem bisschen mehr europäischen Charme sicherlich die gleiche Euphorie in uns hervorzaubern würde. An Leistung mangelt es ihm nicht.

 

Prüfung

Zu guter letzt haben drei meiner Schüler ihren braunen Gürtel bestanden (3.Kyu): Asja Kemper, Fabian Reiker und Maximilian Growe. Gerne hätte ich mir die Prüfung in Ruhe angesehen. Leider war ich mit meinem Partner bei der Bunkai beschäftigt.

Nur eines verstehe ich nicht richtig. Damit es jeder nachvollziehen kann, sei kurz vorangeschickt, dass ein Violettgurt zwei Graduierungen darstellen kann (5. oder 4.Kyu).  Dementsprechend ist die nächste Prüfung entweder zum 2.Violett (4.Kyu) oder zum 1.Braungürtel (3.Kyu).

Nun kam eine andere Karatekarin, die vielleicht um die 20 ist und auch den 1.Braungurt machen wollte, auf diese jungen Prüflinge zu und fragte: „Macht Ihr auch Prüfung? Aber doch wohl zum Violetten, oder?“. Die abfällige Botschaft ist klar und wurde auch sofort verstanden. Schön war, dass am Ende Asja und Fabian mit A bestehen konnten währenddessen diese unhöfliche Person mit B bestand. Das gab die ausgleichende  Genugtuung.

Ich frage mich, was es für einen Sinn macht andere vor der Prüfung so zu verunsichern. Das ist nicht mein Verständnis von „Hitotsu, S.K.I. wa hitotsu no kaisuke de aru beshi“ (Dann ist er SKI eine Familie. = Zitat aus den Leitsätzen des S.K.I.).

 

TOMO = Gemeinschaft
 
TOMO TRAINING in 2017 und 2018

11.11.2017: Taiyo (Herford)
20.01.2018: HOJO (Beelen/Gütersloh)
21.04.2018: YODO (Ostbevern)
23.06.2018: TOMO CUP
10.11.2018: Taiyo (Herford)
Genaueres unter Termine!
Sensei Shugo: Münsterland / OWL
 
Regionales Dojoleiter-Treffen (4):

Wann: Dezember 2017
Wo: Münsterland / OWL
TOMO CUP
 
Ausrichter: Dojo noch in Klärung
Ort: noch in Klärung
Datum: 23. Juni 2018
 
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