★ DM 2011 in Beelen


Die DM aus Sicht des Ausrichters

Die DM ist jetzt schon einige Wochen, ja Monate her. Jetzt nach 29 Karatejahren habe ich mal eine ausgerichtet. Natürlich nicht allein versteht sich.
Viel positives Feedback haben wir erhalten und die Beelener dürfen zu Recht stolz sein. Denn organisatorisch kann ich keinen Makel erkennen. Viele engagierte Eltern, Ex-Karateka oder die helfenden Hände der anderen Dojos (Kamakura, Shimazu, Yamauchi Yodo) sind gekommen, um zu unterstützen.
Was hat nicht geklappt? Es hat mich geärgert, dass wir die Kids, die bei uns in der Halle übernachteten nicht erreichen konnten, um uns auf die After-battle-party zu begleiten. Die mitgenommenen 5 € der Kids reichten nun mal nicht für ein Restaurant-Besuch. Das muss man zukünftig anders lösen. Das werde ich bei einem möglichst weit entfernten nächsten Mal auch tun.
Aber gut. Ich sag mal: "Wenn´s mehr nicht ist.". Die Sanitäter mussten keine Überstunden schieben, der Zeitplan wurde eingehalten und die Demo der Iaido-Vorführung kam gut beim reichlich erschienenen beelener Publikum an. (Ich habe schon eine DM als quasi geschlossene Gesellschaft erlebt.) Das Essen schmeckte allen, die ich gfragt habe. Nur mein nervöser Magen rebbellierte. Alles in allem war es eine gelungene Veranstaltung. Sogar die offiziellen Redner Frau Bürgermeisterin Kamman und der Blauweiß Beelen Vorstand Helmut Suhr blieben fast den ganzen Nachmittag. Wesentlich länger als sie das eigentlich mussten.  

Letztlich hat alles vorgenommene geklappt und wie ich meine ein paar neue Impulse wurden gegeben. Aber irgendwie stellt sich bei mir keine rechte Zufriedenheit ein. "Woran liegt das?", frage ich mich.
 
Hm, von den zahlreichen Dojo,s des SKID´s waren bei weitem nicht alle da. Manche große Namen tauchten nur mit wenigen Schülern auf. Mal ganz abgesehen von dem einen, welches für mich seid Anbeginn meines Karate dazugehört, und nun nicht mal mehr Teil des SKID ist. Was auch immer gelaufen sein mag, das kann und will ich nicht beurteilen. Mir bleibt nur ein trauriges Oss nach Schwäbisch-Gmünd.
 
Als Aktiver nimmst Du die Anmeldungen nicht wirklich war. Du siehst Deinen Pool und konzentrierst Dich auf Deine Form oder auf den nächsten Gegner. Du versuchst Dich „heiß“ zu halten.
 
Als Ausrichter planst Du die Kategorien. Siehst die Anmeldungen.
Was macht Sinn und kommt wirklich zustande?
Streichen oder zusammenlegen?
Schreibst die Listen.
Planst die Aufteilung der Kampfrichter auf die einzelnen Pools.
Immer im Hinterkopf: Für die gerechte Bewertung möglichst aus jedem Dorf einen Köter und die guten schnellen Augen der Ex-/Kämpfer hübsch auf die Kumite-Pools verteilen. (Also das mit dem Köter ist eine hiesige Redewendung und sollte nicht persönlich … ihr wisst schon.)
 
Überlegst Dir was die Poolhelfer alles brauchen.
Sind die Leute vom Roten Kreuz informiert?
Die bestellten Pokale sind angekommen? …

Und das sind alles nur die Dinge für den Tag der DM selber - quasi für die technische Durchführung. Für „schön“ ist da noch nichts getan.
 
In Bad Oeynhausen vor einem Jahr hatte ich leichtsinnigerweise „OSS“ auf die Frage geantwortet, ob ich die nächste DM ausrichten würde. Oss leitet sich aus dem japanischen Militärwesen ab und ist dort eine gegrunzte Zustimmung. Ein Wort  …naja … oder besser eine Silbe … meinetwegen … mit der man im SKID als ganzes verbales Repertoire völlig auskommt. Nur manchmal sollte man sich dieser Silbe besser nicht bedienen. Aber gut, ich bin ja erst seit 29 Jahren dabei.
Da muss man halt noch lernen.
 
Auf der anderen Seite war ich damit unlängst überfällig. Meine damals gestellte Frage an das schnell gegründete Beelener Orga-Team war, ob wir lediglich die Halle zur Verfügung stellen oder daraus - wenn irgend möglich - ein Event machen wollen. Uuuh, da hatte ich die Beelener wohl unterschätz. Keine fünf Minuten nachdem ich so ungefähr dargestellt hatte, was man alles als schmückendes Add-On machen könnte, entfachte eine regelrechte Ideenwut und ich musste kleinlaut wieder auf die Bremse drücken. Das müsse ja alles auch bezahlt werden und irgendjemand müsste sich dann darum kümmern und überhaupt sollte man ja noch was für´s nächste Mal übrig lassen (nächste Mal?!? … ich möchte nicht mal dran denken!). Aber davon lies sich keiner  erschrecken. Schnell war eine Task-Force gebildet (ein bisschen auf die Kacke hauen darf ich schon, gell?) und Ideen für die Sponsorensuche waren fix gefunden: „Da nehmen wir die üblichen Verdächtigen.“, lautete die Antwort. Naja, aber irgendwie kam nix. Als ich ein halbes Jahr später an dieser Stelle etwas mehr Druck aufbaute, ging Tönne kurzerhand durch die Kneipe und hatte schon die ersten drei Sponsoren zusammen. So´n Dorf hat auch Vorteile.
 
Auf der anderen Seite kam sehr professionelle Anregung aus der Werbe-Ecke. Dass Henris Eltern eine Firma „Webs & More“ haben, wusste ich vorher nicht und, dass sie sich engagieren wollten, war mein Glücksfall. Ich habe zur Sicherheit in der Kirche hübsch eine Kerze angezündet, dass Henris Begeisterung für Karate nicht so schnell nach lässt. Hat geklappt.
Eine andere schöne Anekdote war als ich in die Runde fragte, ob denn alle Unterstützung leisten wollten und Thomas Kemper sofort zustimmte: „Klar, wir machen wieder die Küche.“, und nickte hinter sich seiner Frau Maria zu. Da wusste ich wer „wir“ war. Maria - Danke!
 
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Wer hier einen Bericht über die Kämpfe selber erwartet, wird enttäuscht. Davon habe ich auf meiner eigenen Meisterschaft (kann man das so sagen?) nur wenig mitbekommen.
 
Vielmehr weiß ich noch wie Freitag Nacht meine Frau wutschnaubend um 01.30 Uhr in den Keller kam und mich fragte, ob ich denn noch alle beisammen hätte und es nicht so langsam Zeit wäre sich schlafen zu legen, weil morgen wohl ein anstrengender Tag wäre. 
Ich war halt noch am Listen schreiben. Nachdem ich mit Moderator Olli bis abends um 22.00 Uhr alle Dinge im Detail durchgegangen bin, standen diese Dinge noch offen.
Und um 6 Uhr ging es wieder raus aus den Federn und die Listen ausdrucken. Während alle andern schon in der Halle waren, kam ich im Auto nachgeflogen. Ein letzter Anruf von mir: “ … fangt nicht ohne mich an.“ und dann stand ich plötzlich in einer mir wohl vertrauten Turnhalle. Allerdings mit reichlich viel Menschen. Ein mulmiges Gefühl machte sich in meiner Magengegend breit. Dieses lies es sich nicht nehmen, mich den Tag über zu begleiten. Hatte ich mir doch zum Ziel gesetzt, die Kampfrichterbesprechung um die Einteilung der Pools und allen administrativen Dingen zu entlasten. Also schnell zu unseren hohen Würdenträgern.
Vergiss es. Wie im Urwald mit der Machete sich durchschlagend beantworte ich auf den vielleicht hundert Metern dreißig Fragen und begrüße ca. vierzig Leute. Dann die Frage, ob Nagai Shihan und Eugen Sensei die Aufstellung der Pools und Kampfrichter abnicken, oder hier mit Zeitverlust zu rechnen ist. Aber das Glück ist mit denen, die gut vorbereitet sind. Das Ding geht ohne große Diskussionen durch. Kleinere Änderungen sind schnell gemacht. Die Hoffnung besteht, dass wir pünktlich anfangen können und somit der Zeitplan eingehalten wird.
 
Das war eines der Eckpunkte, die ich mir für den Tag vorgenommen hatte. Pünktliches Anfangen, eine saubere Struktur für den Tag mit Mittagspause und somit deutliche Trennung der beiden Meisterschaften und wenn irgend möglich ein Zeitplan für die Starter.
Was ist mir das damals als Aktiver immer auf die Nüsse gegangen sich den ganzen Tag „warm“ zu halten. Das bleibt nicht aus, wenn Du in die Finals kommst.
(Aber wie oft musst Du zum Turnier fahren, bis Du im Finale stehst oder die ersten Runden überstehst?
Ideen, die diesem Dilemma entgegen wirken habe ich im Laufe des Jahres der Vorbereitung oft durchgespielt aber letztlich aus Zeitgründen verworfen. Man hätte 4er-Gruppen aufbauen können, wo die beiden Besten weiter kommen. Vorteil wäre, dass jeder auch als Verlierer zumindest die Erfahrung aus 3 Gruppen-Kämpfen gewinnt bevor er 100-500 km wieder nach Hause radelt. Die Fehler aus den Kämpfen ärgern Dich mehr als die im Training und haben somit einen höheren, weil nachhaltigen Effekt. Schwamm drüber, vielleicht demnächst in diesem Kino.)
 
Zurück in die Halle ins hier und jetzt.
Schnell eine Versammlung der Kampfrichter und die der Pool-Helfer.
Der hier beschriebene Wahnsinn ist nur der Endspurt nach einem langen Weg, der vorher beschritten werden will.
 
2 Dinge, die bleiben
Es gibt zwei Dinge, die mich heute noch nachdenklich stimmen. Trotzdem man sich nicht für die Teilnahme qualifizieren musste, nahmen nicht alle Dojos teil. Das sagte ich bereits. Für den Ausrichter ist das eine Enttäuschung. Da bereitest Du mit dem ganzen Team drum herum alles vor und dann kommt keine Sau. (Selbstverständlich ist das auch nur eine hiesige Redensart, die hier extra überspitzt natürlich ausschließlich an die Nicht-Teilnehmer gerichtet ist.)
Auf der anderen Seite kam das Dojo Ouchi mit ca. 25 Kids. Das musst Du erstmal hinkriegen! 25 Kinder und deren Eltern zu begeistern 500 km quer durch Deutschland zu fahren. Ganz großes Kino und ich ziehe meinen Hut davor! Das habe ich als Dojo-Leiter noch nicht geschafft.
Welche dicke Scheibe, und das nicht nur ich, muss man sich dort abschneiden?   
TOMO = Gemeinschaft
 
TOMO TRAINING in 2017 und 2018

11.11.2017: Taiyo (Herford)
20.01.2018: HOJO (Beelen/Gütersloh)
21.04.2018: YODO (Ostbevern)
23.06.2018: TOMO CUP
10.11.2018: Taiyo (Herford)
Genaueres unter Termine!
Sensei Shugo: Münsterland / OWL
 
Regionales Dojoleiter-Treffen (4):

Wann: Dezember 2017
Wo: Münsterland / OWL
TOMO CUP
 
Ausrichter: Dojo noch in Klärung
Ort: noch in Klärung
Datum: 23. Juni 2018
 
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